Stammapostelhelfer Helge Mutschler in Göttingen

Am Mittwochabend, 12. November 2025, feierte Stammapostelhelfer Helge Mutschler in Begleitung von Apostel Ralf Vicariesmann und Bischof Dirk Hiddessen einen Festgottesdienst für die Gemeinden Göttingen und Kalefeld-Willershausen in der Kirche in Göttingen. Darin erfolgten zwei Ruhesetzungen nach jeweils über 40-jähriger Amtszeit sowie die Beauftragung eines neuen Gemeindevorstehers. Die weiteren Gemeinden im Kirchenbezirk Göttingen feierten den Gottesdienst per IPTV-Übertragung in den jeweiligen Kirchen mit.

Der Stammapostelhelfer wählte ein Bibelwort aus dem Evangelium nach Matthäus: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.“ (Matthäus 5, aus 37)

Stammapostelhelfer Mutschler erinnerte zunächst daran, dass Gott alle Menschen liebt und in jedem gegenwärtig ist. Jesus Christus hat versprochen, in der Gemeinschaft der Gläubigen anwesend zu sein – das ist der Kern des christlichen Glaubens: Gottes Nähe und Liebe.

Er erläuterte den historischen Hintergrund der Worte Jesu: Damals war Schwören im Alltag üblich, etwa beim Himmel oder beim Tempel. Man unterschied zwischen bindenden und nichtbindenden Schwüren. Jesus kritisierte diese Praxis, weil sie Unehrlichkeit förderte und forderte stattdessen schlichte Wahrhaftigkeit – ein „Ja“ oder „Nein“ genüge, da Gott immer gegenwärtig ist und Ehrlichkeit erwartet.

Der Stammapostelhelfer übertrug diese Botschaft auf die Gegenwart: In einer Welt, in der Wahrheit oft verdreht wird und Vertrauen schwindet, ruft Jesu Wort zu Aufrichtigkeit und Authentizität auf. Wahrhaftigkeit bedeutet, ehrlich zu sich selbst, zu Gott und zu anderen zu sein – ohne Masken, ohne Verstellen – in der Gemeinde, in der Gesellschaft. Man darf Schwäche und Schmerz auch im Gebet vor Gott offen zeigen, da Gott die Liebe ist und niemanden verurteilt.

Das Kreuz Christi wird als Ausdruck des „Ja“ Gottes zum Menschen verstanden: Jesus sagt Nein zur Sünde, aber Ja zum Sünder. Daraus folgt: Wer sich von Gott geliebt weiß, kann selbst Ja zu Gott, zum Nächsten und sogar zu sich selbst sagen – und Nein zur Sünde, Lüge und Ungerechtigkeit.

Zum Schluss betonte der Stammapostelhelfer, dass dieses „Ja“ auch Hoffnung für die Zukunft trägt. Jesu letzte Worte in der Bibel – „Ja, ich komme bald“ – ist ein Liebesversprechen: Christus wird wiederkommen und alle, die an ihn glauben, in ewiger Liebe und Gemeinschaft mit ihm annehmen, ist in der Offenbarung zu lesen. Die Antwort des Glaubenden laute „Ja, Herr Jesus, komm“, schloss der Stammapostelhelfer.

In der Vorbereitung auf die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls riet der Stammapostelhelfer nachdrücklich dazu, auch nach einer langen Zeit bei jemandem, dem man Unrecht angetan hat, um Verzeihung zu bitten: „Ich wünsche dir im heutigen Heiligen Abendmahl, dass du Kraft und Mut bekommst, die Maske abzunehmen und nach dem Gottesdienst den ersten Schritt zu machen und auf Bruder, Schwester oder wen auch immer zuzugehen, beispielsweise das Telefon in die Hand zu nehmen und die Sache anzugehen.“

Letzte Predigtbeiträge und Gemeindebeauftragung

Bezirksevangelist Joachim Richter (stellvertretender Bezirksvorsteher im Kirchenbezirk Göttingen) sowie Priester Uwe Eggers (Gemeindevorsteher in Kalefeld-Willershausen) wurden zu ihren jeweils letzten Predigtbeiträgen im aktiven ehrenamtlichen kirchlichen Dienst an den Altar gerufen:

Bezirksevangelist Richter stellte sein Konfirmationsgelübde und das danach immer wieder neu bekundete „Ja“ zu Jesus Christus und das „Nein“ zur Sünde heraus.

Priester Eggers verband sich nochmals besonders mit dem vom Chor zuvor gesungenen Lied „Mit dir, o Herr, verbunden, fühl´ ich mich nie allein“ und ließ die Gemeinde an seinem persönlichen Lebensmotto teilhaben: „In Wort und Werk und allem Wesen, sei Jesus und sonst nichts zu lesen!“ (Lied „Ich bete an, die Macht der Liebe“, Strophe 4)

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls versetzte der Stammapostelhelfer die beiden Geistlichen in den Ruhestand: Joachim Richter sagte vor 41 Jahren und Uwe Eggers vor 45 Jahren ihr „Ja“ zu ihrem ersten Amtsauftrag. In persönlichen, wertschätzenden Dankesworten zählte er die vielen Stationen dieser beiden Amtstätigkeiten auf, die oftmals mit weiten Wegen und großer persönlicher Opferbereitschaft der beiden ehrenamtlichen Geistlichen sowie deren Familien verbunden waren.

(siehe Zusatzartikel)

Neuer Gemeindevorsteher für die Gemeinde Kalefeld-Willershausen

Mit Priester Mario Peter aus der Gemeinde Seesen (Kirchenbezirk Wolfenbüttel) wurde ein neuer Gemeindevorsteher für die Gemeinde Kalefeld-Willershausen beauftragt. Priester Peter bleibt weiterhin im Kirchenbezirk Wolfenbüttel als Geistlicher tätig. In seiner Ansprache zur Beauftragung gab der Stammapostelhelfer dem künftigen Gemeindevorsteher ein Leitwort mit auf seinen weiteren Weg (Apostelgeschichte 2,42), bat ihn, vieles Organisatorische zu delegieren und ein geistlicher Leiter in einer Gemeinde mit viel Freude zu sein.

Musik und Gemeinschaft

Musikalisch gestalteten neben Orgel und Klavier ein gemischter Chor, bestehend aus Sängerinnen und Sängern beider Gemeinden sowie ein Quartett den Festgottesdienst. Für die persönliche Verabschiedung und viele Gespräche und Begegnungen nahm sich der Stammapostelhelfer viel Zeit – sehr zur Freude der rund 220 Gottesdienstbesucher in der Göttinger Kirche.